Spielchen

Ein Kind ist nur solange Kind bis es erwachsen ist, dann ist es erwachsen und kein Kind mehr. Kinder sind vom Aussterben bedroht. Denn sehr früh wollen Eltern ihre vermeintlichen Kinder als Erwachsene sehen, mit ihnen diskutieren und sie fragen woher sie kommen oder wie es im Mutterleib war.

Das ist ein Drama, ein Kind sollte nicht von seinem natürlichen Spieltrieb abgehalten werden. Doch viele Kinder werden überfordert. Schon mit 3 Jahren muss es besser sein als alle anderen. Es wird bereits im Stadium des Heranwachsens in unsere Klassengesellschaft eingewoben. Dem Wettbewerb ausgeliefert. Es muss alles können, schon früh muss es funktionieren.

Kaum raus aus dem Mutterleib wird anhand der Anzahl Dezibel der Schreilautstärke der Intelligenzquotient mit Sonden errechnet, falls das nicht schon vorher durch die Bestimmung verschiedener Sperma-Kulturen im Reagenzglas geschah. Doch was wenn ein Kind nach seinem Eintritt in sein Dasein nicht schreit? Ist das normal? Vielleicht will es das so. Normal ist heute nicht erwünscht. Selbstbestimmung auch nicht. Wir wollen Kristallkinder, Hochbegabte und Hyperintelligenz. Serviert auf dem Silbertablett.

Ich will ein perfektes Kind. Ich will wissen wie es wird, was es wird und wo es wird. Ein Wunschkind eben ohne Macken und Attacken.

Es soll in einem absolut sterilen und gefahrlosem Refugium heranwachsen, ständiger Kontrolle ausgesetzt, von Drohnen überwacht weltweit an jedem Ort. Frei von Wahn und Irrsinn. Beschützt durch Behörden und Staat.

Und so wird ihnen alles abgenommen, selbst das Gefühl für die innere Wahrheit, diese für sich selbst zu entdecken. Antriebslosigkeit gekoppelt mit einer extremen Anspruchshaltung ist nur eine der Folgen daraus.

 

little game

A child is only a child until it has grown up, then it's grown-up and no longer a child. Children are an endangered species. Because parents want to see their alleged children as adults very early, to have discussions with them and ask them where they came from or what it was like in the womb.

That's a tragedy – a child should not be prevented from playing its natural games. But many children are overtaxed. When it is only three years old, it already has to be better than the rest. It has already been woven into the growth stage in our class society. At the mercy of competition. It must be able to do everything, it's got to function early.
Hardly out of the womb, its IQ is calculated with probes, by means of the number of decibels of the volume of its crying, if that didn't happen beforehand when choosing between various semen cultures in test tubes. But what if a child doesn't cry when it enters life? Is that normal? Maybe it wants that. Nowadays, we don't want normal. Or self-determination. We want crystal children, highly gifted and highly intelligent. Served on a silver platter.
I want a perfect child. I want to know what it will be like, what it will become and where. A chosen child without flaws or imperfections.
It should grow up in an absolutely sterile and safe haven, subject to constant control, monitored by drones all over the world wherever it is. Free from delusions and nonsense. Protected by the authorities and the state.
And in this way, everything is taken away from it, even the feeling of inner truth, to be able to discover this for itself. Listlessness coupled with an extremely demanding attitude is just one of the consequences. 

 

Bekanntmachung

Im Obstgarten ganz hinten links hinter einem klebrigen Wall aus Tauschnecken lebt ein Diktator in einer Schuhschachtel.

Weshalb dieser jenes Refugium sein Eigen nennt ist mir nicht bekannt und auch nicht wie es dazu gekommen ist.

Aber so ist es meist mit Diktatoren, sie tauchen auf und ab – wie aus dem nichts. Niemand weiss woher sie kamen, wohin sie gehen und was sie vorher trieben. Und wenn sie scheitern sind sie meist nicht mehr zu bremsen oder verstecken sich hinter dieser Welt.

Ein Diktator schwappt meist über sogar vor sich selbst er sich behimmelt in Narzisserei. Er rühmt als Erretter der Entblösten sich und setzt für die vom Staat Verwahrlosten sich ein.

Meist tragen solche Wesen Schuhe mit Gummisohlen damit  sich ihr Gewissen leichter abfedert.

Das jetzt natürlich nicht heissen soll dass alle die Gummisohlen an ihren Schuhsohlen tragen Diktatoren sind. Oder doch? Ich will hier Niemanden stürzen!

Nein – zuerst lasse ich mich manipulieren, vermodulieren, herumkrempeln und verwirren gleich mit dazu. Und wenn es nicht gleich klappt mit den Gleichnissen sind immer noch andere Lösungen parat.

Doch diese Strategie geht meist nicht auf, das weiss ich aus Erfahrung: Das ist keine Doppelsieg – Strategie, denn diese würde ja die Auswirkungen auf Dritte berücksichtigen.

Ich erinnere, dass es vor jenem schon viele gab und nach jenen auch wieder solche geben wird. So kurz wie ihre Dauerherrschaft auch ist, um so länger lebt ihre Nachhaltigkeit. Und dazu reicht erstaunlicher Weise meist nur eine Person, die in einer Schuhschachtel lebt! 

 

Announcement

In the orchard, right at the back on the left, behind a sticky wall of night snails, a dictator lives in a shoebox.

Why he calls this refuge his own, and how it came about, I don't know.
But that's usually how it is with dictators, they appear and disappear – as though out of nowhere. No one knows where they came from, where they're going or what they have done before that. And when they fail, they usually can't be stopped anymore or they hide behind this world.
A dictator is normally overflowing – even just for himself, he idolises himself in narcissism. He boasts that he is the saviour of the exposed and fights for those neglected by the state.
Such beings usually wear shoes with rubber soles, so that their conscience is more easily cushioned.
Of course, this isn't supposed to mean that everyone who has rubber soles on their shoes is a dictator. Or are they? I don't want to topple anyone!
No – first, I'll let myself be manipulated, demodulated, screwed around and confused while I'm at it. And if it doesn't work right away with the allegories, there are other solutions ready.
I remember that before him, there were many, and after him, there will be ones like him again. The shorter the duration of their rule, the longer it survives. And for that incredibly one person living in a shoebox is usually enough!